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Der Christus-Pavillon im Kloster Volkenroda

Das Kloster Volkenroda in der Nähre des thüringischen Mühlhausen brauchte einen modernen Kirchenbau, doch die finanziellen Mittel fehlten. Daraus entstand die Idee eines Christuspavillons. Als Beitrag der Kirchen zur EXPO 2000 sollte er in Hannover ausgestellt werden, mit dem Ziel ihn nach Ende der Weltausstellung in Volkenroda aufzubauen. Tatsächlich wurde dass, was als Spiel mit den Möglichkeiten begann, in die Tat umgesetzt. Nach Plänen des Architekten Meinhard von Gerkan wurde der Pavillon 2000 in Hannover aufgebaut und nach Ende der EXPO nach Volkenroda umgesetzt.

Heute steht der Pavillon im Zentrum des Klosterlebens. Formen und Farben, Licht und Schatten und mehr noch Transparenz und Transluzenz bestimmen das quadratische Gebäude, das in Kreuzgang und Christusraum unterteilt ist. Die doppelschaligen Außenwände aus Glas sind mit Gegenständen aus allen Bereichen des Alltags gefüllt: Holzscheiben, Glühbirnen, Strohblumen, Kassetten, Tannenzapfen, Plastikschläuche … Durch die verschiedenen Texturen, Anordnungen und Durchlässigkeiten ergeben sich unendliche Kompositionen aus Licht und Schatten, und man erkennt, welche Schönheit selbst die gewöhnlichsten Dinge in sich tragen, wenn man ihnen den richtigen Platz zukommen lässt. Der Altarraum des Christusraumes dagegen ist von weichem, fast milchigem Licht erfüllt. Grund dafür sind die mit dünnen Marmorscheiben verkleideten Fenster und die hohen Oberlichter, die den Raum in eine gewisse Zeitlosigkeit versetzen. Genau der richtige Ort, um abzuschalten und sich für ein paar Momente vom allzu Irdischen zu lösen.

Im Übergang von Hauptraum zum Kreuzgang findet man neun quadratische Kammern, in denen der Künstler Andreas Felger Themen wie “Herrlichkeit”, “Trinität”, “Licht” oder “Wasser” interpretierte. Das Ergebnis sind intensive und berührende Farbfeldmalereien, die den Eintretenden umfangen und dazu einladen daüber nachzudenken, welchen Bedeutung diese Werte für ihn selbst haben.

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Kloster Volkenroda – modern und alt im Dienste Gottes

Während viele Klöster längst verfallen sind oder im Dornröschenschlaf versinken, blüht das Kloster Volkenroda ca. 15 Kilometer nordöstlich von Mühlhausen in Thüringen auf. Grund dafür ist die engagierte Gemeinde der Jesus-Bruderschaft, die für den Erhalt des Klosters lebt, arbeitet und betet. Damit wurden ab 1994 die Fundamente für das weltliche und spirituelle Gedeihen des Klosters gelegt.

Doch bis es soweit war traf das Kloster ein ähnliches Schicksal wie viele andere Klosteranlagen. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Zisterzienserkloster gegründet, wurde das Kloster 1525 im Bauernkrieg durch aufständische Mühlhäuser Bauern schwer beschädigt. Kurz danach wurde das Kloster aufgelöst und das Gelände nebst Gebäuden verpachtet. Der Dreißigjährige Krieg schlug weitere Wunden an der Bausubstanz, und was von den Gebäuden noch stand, verfiel allmählich.

Heute vereint das Kloster alt und neu auf harmonische und zugleich atemberaubende Weise. Zwar stehen von der alten Klosterkirche nur noch Querhaus und Chor, doch die Ruine wurde bewusst nicht vollständig wieder aufgebaut und stattdessen mit neuen Gebäudetrakten verschmolzen. Der mittelalterliche Jesus auf dem Altar der Kirche scheint am Kreuz zu schweben, ohne Arme und der oberen Hälfte seines Kopfes beraubt, gebrochen und trotz allem Quelle der Hoffnung. In all seiner Zerstörung wird er immer wieder und umso mehr zur Bezugsperson all derer, denen das Leben Wunden geschlagen hat. Am neuen Konventgebäude neben der Kirche wurden moderner Stahl und Glas gekonnt mit mittelalterlichem Mauerwerk verwoben und schaffen interessante Kontraste zwischen leichten, geradlinigen Formen und der Schwere frühgothischer Rundungen. Der Kreuzgang ist verschwunden, doch ein quadratisches Wasserbecken markiert den Ort, wo einst Mönche Erholung suchten.

Die Lebendigkeit des Klosterkomplexes wird nicht nur im Äußerlichen deutlich. Das Kloster bietet Seminare und Workshops an und ist Ort von Tagungen und Märkten. Von Bierbrauen über Fastenwochen und Konzerte bis hin zu Schulbauernhof, das Kloster offenbart eine scheinbar unerschöpfliche Vielfalt. Ob allein, mit der Familie oder in der Gruppe, jedem kann nach seinen Wünschen am spirituellen Leben des Klosters teilhaben, dem Alltag entfliehen und in die Gemeinschaft eintauchen.