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Geschichte Kultur Religion Thüringen

Kloster Volkenroda – modern und alt im Dienste Gottes

Während viele Klöster längst verfallen sind oder im Dornröschenschlaf versinken, blüht das Kloster Volkenroda ca. 15 Kilometer nordöstlich von Mühlhausen in Thüringen auf. Grund dafür ist die engagierte Gemeinde der Jesus-Bruderschaft, die für den Erhalt des Klosters lebt, arbeitet und betet. Damit wurden ab 1994 die Fundamente für das weltliche und spirituelle Gedeihen des Klosters gelegt.

Doch bis es soweit war traf das Kloster ein ähnliches Schicksal wie viele andere Klosteranlagen. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Zisterzienserkloster gegründet, wurde das Kloster 1525 im Bauernkrieg durch aufständische Mühlhäuser Bauern schwer beschädigt. Kurz danach wurde das Kloster aufgelöst und das Gelände nebst Gebäuden verpachtet. Der Dreißigjährige Krieg schlug weitere Wunden an der Bausubstanz, und was von den Gebäuden noch stand, verfiel allmählich.

Heute vereint das Kloster alt und neu auf harmonische und zugleich atemberaubende Weise. Zwar stehen von der alten Klosterkirche nur noch Querhaus und Chor, doch die Ruine wurde bewusst nicht vollständig wieder aufgebaut und stattdessen mit neuen Gebäudetrakten verschmolzen. Der mittelalterliche Jesus auf dem Altar der Kirche scheint am Kreuz zu schweben, ohne Arme und der oberen Hälfte seines Kopfes beraubt, gebrochen und trotz allem Quelle der Hoffnung. In all seiner Zerstörung wird er immer wieder und umso mehr zur Bezugsperson all derer, denen das Leben Wunden geschlagen hat. Am neuen Konventgebäude neben der Kirche wurden moderner Stahl und Glas gekonnt mit mittelalterlichem Mauerwerk verwoben und schaffen interessante Kontraste zwischen leichten, geradlinigen Formen und der Schwere frühgothischer Rundungen. Der Kreuzgang ist verschwunden, doch ein quadratisches Wasserbecken markiert den Ort, wo einst Mönche Erholung suchten.

Die Lebendigkeit des Klosterkomplexes wird nicht nur im Äußerlichen deutlich. Das Kloster bietet Seminare und Workshops an und ist Ort von Tagungen und Märkten. Von Bierbrauen über Fastenwochen und Konzerte bis hin zu Schulbauernhof, das Kloster offenbart eine scheinbar unerschöpfliche Vielfalt. Ob allein, mit der Familie oder in der Gruppe, jedem kann nach seinen Wünschen am spirituellen Leben des Klosters teilhaben, dem Alltag entfliehen und in die Gemeinschaft eintauchen.

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Bergstraße Kultur Natur Odenwald

Der Blütenweg zwischen Dossenheim und Laudenbach

Die Bergstraße verläuft genau dort wo sich die Ostseite der Rheinebene allmählich zum Odenwald erhebt. Schön ist es da! Ein abwechslungsreicher Übergang von flacher Ebene zu welligen Weinbergen und in die grünen Höhen des Odenwaldes. Mittendurch schlängelt sich mit 35 Kilometern Länge, von Dossenheim im Süden über Weinheim bis nach Laudenbach im Norden ein Weg an dem es grünt, blüht und gedeiht: der Blütenweg. Er führt mal als schmaler Pfad, mal als uralter Hohlweg, mal als Laubengang durch Weinberge und Fachwerkstädte hindurch, an Burgen, alten Stollen, betagten Obsthainen und Wildwiesen vorbei und ist dabei immer wieder ein Fest für die Augen. Wer den Blick hebt, kann an den richtigen Stellen traumhafte Fernblicke, bei schönem Wetter sogar bis auf die Vogesen genießen. Wer lieber in der Nähe sucht, kann bei etwas Geduld und ein wenig Glück an Terrassenmauern, knorrigen Baumgreisen oder von Moos überwachsenen Steinformationen einen Blick auf so seltene Tiere wie Zauneidechsen und Schlingnattern erhaschen.

Spektakulär wird es im Frühjahr. Dann verziert die Blüte von Apfel-, Mandel-, Kirsch- oder Mirabellenbäumen die Landschaft mit blassrosa, cremefarbenen und weißen Wolken. Auf den Wiesen breiten sich bunte Blumenteppiche aus unter denen seltene Orchideen- und Sommerwurzarten oder Enzian zu finden sind.

Im Herbst dagegen wird es schmackhaft. Seit 2014 setzt sich der Verein „Blühende Bergstraße“ für die Wiederherstellung und den Erhalt des alten Kulturlandschaftsteppichs aus Obstwiesen, Magerrasen, Lössböschungen und Weinbergen ein. Gebiete, die der Wald im Laufe der Zeit erobert hat, werden gesäubert, alte Trockenmauern und Terrassen wieder freigelegt und Obstbäume gepflanzt. Schon im 17. Jahrhundert wurde die Schönheit der Obstgärten gerühmt, und bis in die 60er Jahre war die Bergstraße das Gebiet mit der höchsten Obstbaumdichte Deutschlands. Heute findet man am Wegesrand neben neuen Obstsorten auch viele alte, wiederentdeckte Sorten wie Birnen mit solch klangvollen Namen wie “Stuttgarter Geißhirtle“ und “Madamenschenkel“ oder die Lützelsachser Frühzwetschge. Wer also im Herbst zur Reifezeit kommt, kann diese alten Köstlichkeiten probieren und dem Geschmack der Vergangenheit auf den Grund gehen.

Der Blütenweg kann in kurzen Etappen erwandert werden. Für diejenigen, die alte Kulturlandschaften besonders lieben, sind die Abschnitte Laudenbach bis Hemsbach oder Schriesheim bis Dossenheim empfehlenswert. Für Burgenfans und Freunde alter Parklandschaften bietet sich der Abschnitt Hemsbach bis Weinheim an. Im Abschnitt nördlich von Schriesheim kommen Freunde von Wildwiesen und seltenen Pflanzenarten auf ihre Kosten.

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Kultur Natur Odenwald Religion

Buddhas Weg – Retreat im Odenwald

Im Odenwald gibt es schroffe Schluchten, Berge, Burgen, natürlich unendlich viele Bäume und … “Buddhas Weg“. Buddhas Weg ist ein buddhistisches Kloster im Wald-Michelbacher Stadtteil Siedelsbrunn. Einst eine Entzugsklinik für Alkoholkranke ist das Kloster auch heute ein Ort der Heilung, genauer gesagt der Selbstheilung. Eine Vielzahl von Seminaren und Workshops lehren die Teilnehmer Körper und Seele zur Ruhe und in Einklang zu bringen.

Schon allein der Weg zum dem Kloster angegliederten Gästehaus stimmt darauf ein. Ein sorgsam angelegter Garten, in dem wilde und kultivierte Pflanzen gedeihen können, Büsche und Bäume Schatten und Blütenpracht spenden, wo Buddhastatuen und Engelsfiguren gleichermaßen Platz finden, umgibt die Anlage. Das Gästehaus bietet Zimmer in einfacher und gehobenerer Ausstattung und besitzt Seminarräume in denen man unter professioneller Anleitung seine Mitte finden kann. Für das leibliche Wohl sorgt ein Teehaus im ehemaligen Schwimmbad der Klinik, in dessen Teich Zierkarpfen schwimmen und Wasserpflanzen gedeihen. Und damit nicht genug, gibt es unzählige Teesorten und köstliche, selbstgebackene Kuchen auch in veganen Versionen.

Allein zur Ruhe kommen kann man auch außerhalb des Klosters, wo unzählige Wanderwege und Pfade zu Spaziergängen durch die Waldesstille einladen.

Im Kloster selbst geht es international zu. Die Nonnen und Mönche der Klostergemeinschaft kommen aus Vietnam, Thailand oder Korea und praktizieren unterschiedliche Traditionen des Buddhismus wie Mahayana oder Theravada.

Die Gäste können wählen, ob sie tiefer ins Klosterleben und den Tagesablauf der Klostergemeinschaft eintauchen möchten oder “nur“ an den Kursen und Veranstaltungen teilnehmen möchten. Bei beiden Möglichkeiten steht die Integrierung buddhistischer Lehren in den Alltag im Vordergrund, das heißt, sich allem zu öffnen, Klarheit über den eigenen Geist zu finden, Verantwortung zu übernehmen, seine eigene Entwicklung zu gestalten und so ausgerüstet achtsam im alltäglichen Leben zu agieren.