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Natur Odenwald

Die Margarethenschlucht

Die Margarethenschlucht bei Neckargerach im Neckartal ist garnicht so, wie sie heißt, oder wie ich mir eine Margarethe vorstelle: weder brav noch ordentlich, sondern manchmal wild, manchmal dramatisch und immer zaubervoll.

Auf dem kurzen Weg vom Wanderparkplatz zum oberen Eingang der Margarethenschlucht würde man nie auf die Idee kommen, dass sich in der welligen Landschaft aus Feld- und Waldstücken gleich der Zugang in eine Schlucht öffnet, die eher in eine Hochgebirsglandschaft passen würde.

Die Margarethenschlucht selbst ist nur 600 Meter lang, aber jeder einzelne Meter hat es in sich. Über 100 Höhenmeter sind auf dieser kurzen Strecke zu überwinden. Es geht auf schmalen gewundenen Pfaden am Abgrund entlang, und am Wegesrand liefern sich Felsen und Bäume einen harten Wettkampf, wer am höchsten aufragt.

Die Schlucht wurde nicht von einem reißenden Gebirgsfluss sondern vom, je nach Jahreszeit sacht dahintröpfelnden oder in Wasserfällen herabstürzenden Flursbach in die Landschaft gekerbt. Die hohe Luftfeuchtigkeit ist ideal für seltene Farnarten und Bäume die sonst eher in Auwäldern gedeihen. Unter dem grünen Baldachin der Ulmen wird die dramatische und gleichzeitig zauberhafte Atmosphäre durch Felsbrocken, die mal überhängen, mal zurückweichen, sich aufeinandertürmen oder in kubistischem Formenspiel nebeneinanderliegen, vervollständigt. Wenn man genauer hinschaut, sieht man kunstvolle Moosflechten, bunte Sandsteinschichten, winzige Stalaktiten und immer wieder Holz, das von Wasser und Luft aufs wunderlichste geschliffen wurde.

Die 2,1 Kilometer lange Wanderung dauert ca. anderthalb Stunden und ist auch an heißen Sommertagen zu empfehlen. Während draußen die Luft in der Hitze flirrt, bleibt die Schlucht schattig, kühl und erfrischend. a. eine Stunde und ca. 2.1 Kilometer Der Rückweg führt ein Stück oberhalb des Neckars entlang, bevor man wieder in den Wald eintaucht. Zur Belohnung gibt es dabei romantische Aussichten aufs Neckartal.

Ein wenig Kondition sollt man schon haben, denn der Weg hinunter hat so einige Stufen (ist allerdings gut mit Stahlseilen gesichert), und der Weg zurück führt streckenweise ziemlich steil bergauf.

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Geologie Natur Odenwald

Die Spatschlucht bei Schriesheim

Klein, fein und dramatisch, das ist die Spatschlucht bei Schriesheim. Natur und Mensch haben eine Schlucht geschaffen, die in der lieblichen Waldlandschaft ein kleines Spektakel ist. Und das zu Recht, denn in der Spatschlucht wurde tektonische Weltgeschichte geschrieben. Vor über 100 Millionen Jahren bewirkte die Öffnung des Atlantik Brüche in der Kruste des späteren Europa. Heiße, wässrige Lösungen zirkulierten in den Spalten auf und ab und wurden in Verbindung mit sulfathaltigem Sauerstoff zu Schwerspat (Baryt), das die Brüche allmählich wieder verschloss. Die Spatschlucht ist einer dieser mit Baryt verfüllten Erdkrustenrisse, mit dem Unterschied, dass in der Spatschlucht heutzutage das Baryt fehlt.

Baryt nämlich ist ein Mineral. Es ist weiß, fast doppelt so dicht wie Granit und wird für die Herstellung weißer Farbe, in der Papierindustrie und als Ballaststoff für Beton verwendet. Mitte des 19. Jahrhunderts begann man Baryt über und unter Tage abzubauen. In der Spatschlucht folgten die Bergarbeiter einer oberirdischen Barytader bis in eine Tiefe von zehn Metern und schälten das Baryt in einer Breite von 4 Metern aus dem umgebenden Granit.

Der Bergbau wurde längst eingestellt, doch wenn man durch die Schlucht wandert, entdeckt man Meiselspuren im Granit und hier und da Kleckse von Baryt an den steilen Felswänden. Längst hat sich die Natur zurückgeholt, was zu ihr gehört. Vereinzelte Bäume wachsen am Boden der Schlucht. Es gehört Überlebenskunst dazu, um in dieser Lichtungleichheit zu solcher Größe heraufzuwachsen. Oben, an den Rändern der Schlucht tragen halsbrecherisch in den Fels geklammerte Wurzeln Bäume, die wie Seiltänzer wirken; eine falsche Bewegung und sie stürzen ab. Und über allem ein Dach aus kichten Ästen und Zweigen. Genau das Richtige für einen Frühlingsausflug oder einen heißen Sommertag

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Bergstraße Kultur Natur Odenwald

Der Blütenweg zwischen Dossenheim und Laudenbach

Die Bergstraße verläuft genau dort wo sich die Ostseite der Rheinebene allmählich zum Odenwald erhebt. Schön ist es da! Ein abwechslungsreicher Übergang von flacher Ebene zu welligen Weinbergen und in die grünen Höhen des Odenwaldes. Mittendurch schlängelt sich mit 35 Kilometern Länge, von Dossenheim im Süden über Weinheim bis nach Laudenbach im Norden ein Weg an dem es grünt, blüht und gedeiht: der Blütenweg. Er führt mal als schmaler Pfad, mal als uralter Hohlweg, mal als Laubengang durch Weinberge und Fachwerkstädte hindurch, an Burgen, alten Stollen, betagten Obsthainen und Wildwiesen vorbei und ist dabei immer wieder ein Fest für die Augen. Wer den Blick hebt, kann an den richtigen Stellen traumhafte Fernblicke, bei schönem Wetter sogar bis auf die Vogesen genießen. Wer lieber in der Nähe sucht, kann bei etwas Geduld und ein wenig Glück an Terrassenmauern, knorrigen Baumgreisen oder von Moos überwachsenen Steinformationen einen Blick auf so seltene Tiere wie Zauneidechsen und Schlingnattern erhaschen.

Spektakulär wird es im Frühjahr. Dann verziert die Blüte von Apfel-, Mandel-, Kirsch- oder Mirabellenbäumen die Landschaft mit blassrosa, cremefarbenen und weißen Wolken. Auf den Wiesen breiten sich bunte Blumenteppiche aus unter denen seltene Orchideen- und Sommerwurzarten oder Enzian zu finden sind.

Im Herbst dagegen wird es schmackhaft. Seit 2014 setzt sich der Verein „Blühende Bergstraße“ für die Wiederherstellung und den Erhalt des alten Kulturlandschaftsteppichs aus Obstwiesen, Magerrasen, Lössböschungen und Weinbergen ein. Gebiete, die der Wald im Laufe der Zeit erobert hat, werden gesäubert, alte Trockenmauern und Terrassen wieder freigelegt und Obstbäume gepflanzt. Schon im 17. Jahrhundert wurde die Schönheit der Obstgärten gerühmt, und bis in die 60er Jahre war die Bergstraße das Gebiet mit der höchsten Obstbaumdichte Deutschlands. Heute findet man am Wegesrand neben neuen Obstsorten auch viele alte, wiederentdeckte Sorten wie Birnen mit solch klangvollen Namen wie “Stuttgarter Geißhirtle“ und “Madamenschenkel“ oder die Lützelsachser Frühzwetschge. Wer also im Herbst zur Reifezeit kommt, kann diese alten Köstlichkeiten probieren und dem Geschmack der Vergangenheit auf den Grund gehen.

Der Blütenweg kann in kurzen Etappen erwandert werden. Für diejenigen, die alte Kulturlandschaften besonders lieben, sind die Abschnitte Laudenbach bis Hemsbach oder Schriesheim bis Dossenheim empfehlenswert. Für Burgenfans und Freunde alter Parklandschaften bietet sich der Abschnitt Hemsbach bis Weinheim an. Im Abschnitt nördlich von Schriesheim kommen Freunde von Wildwiesen und seltenen Pflanzenarten auf ihre Kosten.